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Klimafreundlich unterwegs
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Von der Masterarbeit zum Nachhaltigkeitskonzept

Rouven Essig-Feulner aus Bad Kreuznach hat den Fernstudiengang Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit am Distance and Independent Studies Center (DISC) studiert. In seiner Masterarbeit erstellte der 29-jährige Verkehrsplaner ein Nachhaltigkeitskonzept für eine stillgelegte Eisenbahnstrecke. Das hat Aufmerksamkeit erzeugt: Die Umsetzung des Nahverkehrsangebots wird angestrebt.

Von Unispectrum live

Unispectrum live: Ihre Abschlussarbeit hat öffentliches Interesse geweckt – woran haben Sie genau gearbeitet?

Essig-Feulner : In meiner Masterarbeit befasste ich mich mit der stillgelegten Eisenbahnstrecke im Glantal in den Landkreisen Kusel und Bad Kreuznach. Ich habe mich mit der möglichen Reaktivierung der Strecke befasst und hierzu ein nachhaltigkeitsorientiertes ÖPNV-Konzept erstellt. Durch meine berufliche Tätigkeit beim Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd bin ich auf dieses Thema gestoßen. Während in vielen Bereichen die Ausstöße klimaschädlicher Gase in den vergangenen Jahren reduziert werden konnten, ist eine Verringerung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor nicht erfolgt. Der Verkehrsbereich ist somit einer der Klimatreiber unserer Zeit und der Handlungsdruck somit besonders groß. Mir persönlich ist es ein Anliegen, attraktive öffentliche Verkehrsmittel als adäquates Mittel präsentieren zu können, um diese Emissionsanteile zu verringern. Als Nebeneffekt können ländliche Räume gestärkt und der Landflucht in diesen Gebieten entgegengewirkt werden. In Verbindung mit einer Stärkung alternativer Arbeitsformen kann sich dies auch positiv auf die sich ausweitende Urbanisierung der städtischen Gebiete auswirken.

Unispectrum live: Haben Ihre Ergebnisse aus der Masterarbeit weiterführende Projekte nach sich gezogen und können Sie die Erkenntnisse konkret anwenden?

Essig-Feulner : Meine Kolleg*innen und ich organisieren das Nahverkehrsangebot auf der Schiene und auf wichtigen Buslinien im südlichen Rheinland-Pfalz. Meine Aufgabe ist es, Betriebskonzepte im Vorfeld von Ausschreibungen zu erstellen und laufende Verträge mit Verkehrsunternehmen im Bereich Rheinhessen und Nahe zu betreuen. Durch den direkten Zusammenhang zwischen Fernstudium und beruflicher Tätigkeit können Erkenntnisse aus meiner Masterarbeit – beispielsweise das erstellte Betriebskonzept – in zukünftige Untersuchungen einfließen. Zudem konnte ich bereits in den Austausch mit lokalen Akteur*innen kommen, die dem von mir entwickelten Konzept ebenfalls sehr positiv gegenüberstehen.

Unispectrum live: Wie haben Sie den Spagat zwischen Beruf, Familie und Studium gemeistert?

Essig-Feulner: Ich wurde von meinem Arbeitgeber sehr in meinem Entschluss bestärkt, was natürlich sehr geholfen hat. Um alle Belange unter einen Hut bringen zu können, habe ich mit Beginn des Studiums meine berufliche Tätigkeit auf 80 Prozent reduziert. Zugleich konnte ich einen Tag pro Woche von zu Hause arbeiten; ein großer Vorteil bei längerer Wegezeit zum Arbeitsort.

Unispectrum live: Was waren die größten Herausforderungen im Masterstudium im Hinblick auf Ihr privates und berufliches Leben?

Essig-Feulner: Zeit war ein knappes Gut. Es ist äußerst wichtig, sich über zwei Jahre hinweg zu disziplinieren und die anstehenden Themen wochenweise durchzuplanen. Insbesondere die Klausurphasen stellten die Work-Life-Balance auf eine harte Probe. Die Stundenreduktion im Job und auch das Einbringen von Urlaubstagen vor den Prüfungen hat in diesen Zeiten gut weitergeholfen.

Unispectrum live: Wie bewerten Sie im Rückblick Ihre Studienzeit?

Essig-Feulner: Die gewonnenen Erkenntnisse sorgten dafür, dass mein Blick sich in vielerlei Hinsicht erweitert hat. Auch das Kennenlernen und der Austausch mit vielen Menschen, die in der Entwicklungszusammenarbeit und in anderen Branchen arbeiten, hat mir neue Facetten geöffnet und mich als Mensch bereichert.

Unispectrum live: Was können Sie Studieninteressierten mit auf den Weg geben?

Essig-Feulner: Mit dem richtigen Zeitmanagement ist ein Fernstudium machbar. Wichtig ist, dass die Freizeit auch in dieser herausfordernden Phase nicht zu kurz kommt. Auszeiten sorgen für Ablenkung und dafür, den Kopf frei zu kriegen. Wer sich auf den Studiengang Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit einlässt, wird viele interessante Menschen kennenlernen und seinen Blick weiten können.