© iStock/DISC
Türöffner auf dem Arbeitsmarkt
116 Views | 0 Notes
Vertieftes Wissen im Fernstudiengang „Steuerrecht“ erwerben

Ob beispielsweise Einkommen-, Bilanz-, Körperschaft- oder Umsatzsteuerrecht – wer sich in Sachen Steuerecht berufsbegleitend weiterbilden möchte, ist beim Distance and Independent Studies Center (DISC), dem Fernstudienzentrum der TUK, genau richtig. Der Studiengang „Steuerrecht für die Unternehmenspraxis“ vermittelt die wichtigen juristischen Kenntnisse. Im Gespräch mit unispectrum.de erläutert der fachliche Leiter, Professor Dr. Heinrich Weber-Grellet, die Besonderheiten des Fernstudiengangs und warum es sich für die eigene Karriere lohnt, ihn zu absolvieren. Das Interview führte Nadine Obstarek.

Von Unispectrum live • Nadine Obstarek

unispectrum-live: Was bietet der Fernstudiengang?

Prof. Dr. Weber-Grellet: Unternehmenspraxis ausgerichtete Einführung in das Steuerrecht. Neben dem Erwerb grundlegender juristischer Fertigkeiten und relevanter betriebswirtschaftlicher Kompetenzen vermittelt er Kenntnisse in den Hauptgebieten des Steuerrechts, insbesondere im Allgemeinen Steuerrecht, Einkommensteuerrecht, Bilanzsteuerrecht, Körperschaftsteuerrecht und dem Umsatzsteuerrecht; daneben geht es um das Umwandlungssteuerrecht, das europäische sowie internationale Steuerrecht und das Steuerstrafrecht. Der Studiengang versetzt die Studierenden in die Lage, in ihrem Berufsalltag auftretende steuerrechtliche Probleme zu erkennen und zu lösen. Steuerrechtliche Kenntnisse können in vielen Berufszweigen fruchtbar gemacht werden. Der Fernstudiengang ermöglicht daher, das eigene Einsatzgebiet zu erweitern, eröffnet neue berufliche Perspektiven und bewirkt eine erhebliche Steigerung des eigenen Marktwerts.

unispectrum-live: Welche Voraussetzungen gibt es für eine Teilnahme?

Prof. Dr. Weber-Grellet :Wer sich für den Studiengang interessiert, muss über einen ersten Hochschulabschluss verfügen und anschließend mindestens ein Jahr einschlägig berufstätig gewesen sein, da es sich um einen weiterbildenden Fernstudiengang handelt. Das Besondere ist, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch Personen zugelassen werden können, die zwar nicht über einen ersten Studienabschluss, wohl aber über große Berufserfahrung verfügen und eine Eignungsprüfung bestanden haben. Dies ist insbesondere für Steuerberaterinnen und Steuerberater interessant, die über keinen entsprechenden Studienabschluss verfügen.

© Weber-Grellet

Was den besonderen Reiz dieser Ausbildung ausmacht, ist die Verbindung von Theorie und Praxis, das theoretische Fundament wird durch Praxiswissen ergänzt und erweitert

Prof. Weber-Grellet

unispectrum-live: Was zeichnet den Studiengang besonders aus?

Prof. Dr. Weber-Grellet : Er richtet sich an berufserfahrene Juristinnen und Juristen – aber genauso auch an weitere Personen, die im steuerlichen Bereich tätig sind. Dementsprechend haben wir auch den Studienablauf gestaltet. Insgesamt gibt es nur vier Wochenenden, an denen die Studierenden vor Ort sein müssen. Alles andere kann von zu Hause aus erledigt werden. Zu Beginn des Studiums gibt es noch eine freiwillige Kick-Off-Veranstaltung, die insbesondere den Studieneinstieg erleichtern soll und dem Networking dient. Viele Fächer schließen bei uns mit Einsendearbeiten ab, das heißt, sie haben theoretisch das ganze Semester Zeit, diese zu bearbeiten und können sich dementsprechend ihre Zeit ganz nach ihren Bedürfnissen einteilen. Außerdem ist der große Vorteil, dass es immer direkte Ansprechpersonen gibt, die den Studierenden telefonisch, per E-Mail oder auch im persönlichen Gespräch mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Wir kooperieren eng mit der Universität des Saarlandes, an der unser zweiter fachlicher Leiter, Professor Dr. Christoph Gröpl, in Forschung und Lehre tätig ist, und die auch den Mastertitel verleiht. Weiterhin ist der Fachverlag Alpmann Schmidt ein weiterer Partner an Bord. Er blickt auf einen großen Erfahrungsschatz in der Juristenausbildung zurück. Beispielsweise sind die Steuerrechtskripte des Verlags Teil unseres Lehrmaterials. Die Studierenden erhalten jeweils ein kostenloses Exemplar, wenn sie an unserem Studienangebot teilnehmen.

unispectrum-live: Man hört immer wieder, dass im Steuerrecht ein hoher Bedarf an Fach- und Nachwuchskräften besteht, der nicht wirklich gedeckt ist. Sehen Sie auch diese Lücke und wenn ja, auf was ist diese zurückzuführen?

Prof. Dr. Weber-Grellet: Das ist in der Tat zutreffend. Der hohe Bedarf resultiert aus der Bedeutung des Steuerrechts im realen Leben; jede wirtschaftliche Tätigkeit hat steuerrechtliche Konsequenzen, die gegebenenfalls eine qualifizierte steuerrechtliche Begleitung und Beratung notwendig machen. Dass der Bedarf nicht gedeckt ist, hat seine Ursache vor allem darin, dass das Steuerrecht nicht Pflichtfach der juristischen Ausbildung ist. Nur ein relativ kleiner Teil der Studierenden entscheidet sich im Schwerpunktbereich des Studiums für das Fach Steuerrecht. Das wiederum hängt damit zusammen, dass der Bereich als umfangreich und eher schwierig gilt. Dabei wird aber vernachlässigt, dass das Steuerrecht wegen seiner Berührung anderer Rechtsgebiete interessante Einsichten vermittelt und Querverbindungen erkennen lässt. Vor allem aber bietet es vielfältige Berufsmöglichkeiten, sei es in der Verwaltung, in der Justiz oder einer Anwaltskanzlei. Zudem bietet gerade das Steuerrecht die Möglichkeit der weiteren Spezialisierung.

unispectrum-live: Welchen Wert hat ein Abschluss in „Steuerrecht für die Unternehmenspraxis“ auf dem Arbeitsmarkt?

Prof. Dr. Weber-Grellet : Der „Master of Laws“-Titel belegt die besondere Qualifikation auf dem jeweiligen Rechtsgebiet. Während der Doktortitel einen eher theoriebezogen-wissenschaftlichen Hintergrund hat, ist der „Master of Laws“-Titel Ausdruck einer praxisorientierten, gleichzeitig aber auch akademischen Zusatzqualifikation, die für das Berufsleben besonders wertvoll ist. Was den besonderen Reiz dieser Ausbildung ausmacht, ist die Verbindung von Theorie und Praxis, das theoretische Fundament wird durch Praxiswissen ergänzt und erweitert. Auf dem Arbeitsmarkt wird diese Qualifikation einen erheblichen Mehrwert erbringen; in der ganz konkreten Berufssituation, aber auch als Grundlage für weitere Qualifikationen, wie etwa eine Promotion oder eine Fachanwaltszulassung. Und selbst einer weiteren Spezialisierung, etwa auf dem Gebiet des Insolvenzsteuerrechts oder des Steuerstrafrechts, stehen alle Tore offen.

Der Studiengang auf einen Blick:

Das DSIC bietet „Steuerrecht für die Unternehmenspraxis“ in Kooperation mit der Saar-Uni an. Der Studiengang ist auf vier Semester ausgelegt und schließt mit einem „Master of Laws“ (LL.M.) ab. Studieninteressierte haben von Mitte April bis zum 15. Juli die Möglichkeit, sich zu bewerben.

Wer Fragen hat, kann sich gerne telefonisch unter 0631-205-4936 oder per E-Mail steuerrecht@disc.uni-kl.de an das DISC wenden. Weitere Informationen gibt es zudem unter www.zfuw.de

Zur Person:

Professor Dr. Heinrich Weber-Grellet leitet den Studiengang gemeinsam mit seinem Saarbrücker Kollegen Professor Dr. Christoph Gröpl. Zwischen 1984 und 1990 war Weber-Grellet als Richter am Verwaltungsgericht in Münster tätig, bevor er von 1990 bis 2013 zum Richter am Bundesfinanzhof berufen wurde, dessen Vorsitz er ab 2007 übernahm. Weber-Grellet hat sich 2001 in den Rechtswissenschaften an der Universität Münster zu Steuern im modernen Verfassungsstaat habilitiert. Zudem hat er hier die Lehrbefugnis für Steuerrecht, Rechtsphilosophie und Rechtstheorie erworben. Darüber hinaus ist er als Autor von Fachbeiträgen und Herausgeber verschiedener Fachzeitschriften tätig.

Bild des Benutzers Melanie Löw
Erstellt
am 18.02.2019 von
Melanie Löw

Originalautor

Nadine Obstarek