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Ein Einblick in die Biophysik – aus der Sicht einer Studieninteressierten

Die Abiturientin Matilda Wehling interessiert sich für Biophysik. Die junge Frau hatte Gelegenheit, sich selbst ein Bild von der Lehre und Forschung auf dem Campus zu machen. Über ihre Erfahrungen berichtet sie bei unispectrum-live.

Von Unispectrum live • Matilda Wehling

Ich interessiere mich schon sehr lange für dieses Studium, wegen der vielfältigen Möglichkeiten der Kombination aus Physik, Chemie und Biologie. Am 31.Oktober durfte ich einen Tag in der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Rolf Diller verbringen und ihm, seinen Doktoranden und anderen Mitarbeitern über die Schulter schauen.

Um 9.15 Uhr stand ich aufgeregt vor der mit „AG Diller“ groß beschrifteten Tür im Gebäude 46, im Fachbereich Physik. Mein Name ist Matilda Wehling, ich bin 18 Jahre alt und ich habe im Sommer 2019 das Abitur bestanden. Ich will unbedingt studieren und noch mehr über die Welt lernen, aber ich kann mich nicht so recht entscheiden, was es sein soll. Ein Klingeln später wurde ich freundlich empfangen und ins Büro von Professor Diller geschickt. Außer seiner Arbeitsgruppe gibt es in den Fachbereichen Physik, Chemie und Biologie eine ganze Reihe von Teams, die sich mit biophysikalischen Themen befassen. „Biophysiker haben den anderen Naturwissenschaftlern bei interdisziplinärer Zusammenarbeit voraus, dass sie alle drei Sprachen sprechen, statt nur eine. Es ist eine wahre Freude zu beobachten, wie sie sich innerhalb ihres Studiums dieser drei Sprachen bemächtigen“, so der Professor.
Um 10 Uhr begann die Vorlesung „Einführung in die Biophysik“, in der Professor Diller unter anderem auf den geschichtlichen Hintergrund der Biophysik eingeht. Durch einige bahnbrechende interdisziplinäre Entdeckungen und Erfindungen im 19. und 20. Jahrhundert war „die Zeit einfach reif für die Zusammenarbeit der Wissenschaften“. Diese neuen Methoden, wie zum Beispiel die Röntgenstrahlung, und auch ihre Erfinder, in diesem Fall Wilhelm Conrad Röntgen, wurden größtenteils der Physik zugeschrieben. Aber das stimmt so nicht ganz: Die größten Genies waren oftmals breit interessiert und forschten nicht nur in einem Gebiet. Als Beweis-Lektüre empfiehlt der Professor seinen frischgebackenen Studenten das Buch „Was ist Leben?“ von Erwin Schrödinger aus dem Jahr 1944, der in diesem Buch nicht auf die Physik, sondern auf damals aktuelle Fragen aus der Biologie eingeht.

Den Studiengang „Biophysik“ gibt es seit 2002 an der TU Kaiserslautern. Professor Diller erläutert: „Der Fachbereich Physik hat einfach nur die Gelegenheit ergriffen, der Studiengang fußt gleichermaßen auf der Physik, Biologie und Chemie.“
Trotzdem sollte man nicht den Fehler machen zu denken, ein Biophysikstudium wäre gleichwertig damit, die drei Naturwissenschaften getrennt studiert zu haben, verrät mir Merten Grupe, Doktorand in der AG Diller.
Im Anschluss haben mir die Mitarbeiter der AG in ihren Laboren noch verschiedene Projekte gezeigt, an denen sie aktuell arbeiten. Hier untersuchen sie unter anderem mit einem bestimmten Verfahren, der sogenannten Ultrakurzzeitspektroskopie, Prozesse in Biologie und Chemie, um die zugrundeliegenden Mechanismen aufzuklären und anzuwenden. Im Fokus dabei stehen Prozesse, die extrem schnell durch Licht induziert werden.

Bei meinem Tag auf dem Campus habe ich einen sehr guten Einblick in Lehre und Forschung in der Biophysik erhalten. Er wird mir bei meiner weiteren Entscheidungsfindung sicherlich hilfreich sein und ich kann mich nur noch einmal bedanken, dass sich das Team um Professor Diller Zeit genommen hat.

 

Mehr zur Biophysik an der TU Kaiserslautern: https://www.physik.uni-kl.de/biophysik/