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Neue Hochschulgruppe zum Unternehmertum
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„Bei uns soll jeder das Gefühl haben, ein Teil zu sein.“

Sich mit der eigenen Idee selbstständig machen? Viele wagen diesen Schritt nicht. Anders die beiden Studenten Adrian Knapp und Christopher Kühnle: Sie haben bereits zwei Start-ups gegründet. Mit anderen haben sie zudem die Hochschulgruppe „Entrepreneurship For Future“ ins Leben gerufen. Das Ziel: Die Gründerkultur auf dem Campus weiterzuentwickeln.

Von Unispectrum live

An Ideen mangelt es den beiden Maschinenbau-Studenten Adrian Knapp und Christopher Kühnle nicht. Vor drei Jahren haben sie ihr Start-up „B.E.S.T. FUTURE“ gegründet. „Wir helfen Schülerinnen und Schülern den Schritt von der Schule zur Universität oder Hochschule optimal zu meistern. Dafür haben wir Workshops konzipiert, die wir in Oberstufen halten, um einen authentischen Einblick in das Studentenleben zu bieten. Dabei zeigen wir nicht nur wie man ein Studium finanziert und organisiert, sondern auch welche Chancen und Möglichkeiten sich im Studium auftun, wie zum Beispiel Stipendien, ehrenamtliches Engagement in Hochschulgruppen und Auslandserfahrungen“, sagt Knapp. Da sie noch nie ein Unternehmen gegründet hatten, mussten sie sich in diesem Bereich sehr viel Wissen aneignen und Erfahrungen sammeln. „Und zu diesem Lernprozess gehörten ebenso Fehler wie Umwege dazu. Rückblickend betrachtet Kleinigkeiten, die uns aber sehr viel Zeit gekostet haben“, ergänzt Kühnle. Am meisten haben ihnen in solchen Situationen erfahrene Gründer und Mentoren weitergeholfen. „Ein Netzwerk, dass wir uns in diesen drei Jahren aufgebaut haben“, fährt Kühnle fort. „So entstand letztlich die Idee ein Netzwerk zu erschaffen, in dem Gründungsinteressierte auf erfahrene Gründer treffen und dadurch die Möglichkeit haben ihren eigenen Fortschritt zu beschleunigen.“

Im Rahmen des Projektes „Exist-Potentiale“ im Gründungsbüro der TU Kaiserslautern und der Hochschule Kaiserslautern haben sich die beiden im letzten Jahr außerdem mit anderen Gleichgesinnten ausgetauscht. „Wir haben ein Konzept erarbeitet, wie man Schüler und Studierende besser zum Thema Gründen informieren kann“, so Kühnle. In der Konsequenz war ihnen klar, dass sich eine Hochschulgruppe am besten dafür eignet. So war die Idee geboren, die Gruppe Entrepreneurship For Future (E4F) ins Leben zu rufen. 

Ende Juli gab es ein erstes Treffen. „Dazu sind über 50 Leute gekommen“, freut sich Knapp. Zusammen mit den anderen Teilnehmern haben sie über die Strukturen und die Aufgaben der neuen Gruppe diskutiert. „Hierbei haben sich schnell verschiedene Bedürfnisse herauskristallisiert“, so Kühnle weiter. Das gehe zum Beispiel von einer Begleitung im Gründerprozess über ein ehrliches Feedback durch Gründer, einem Mentoring-Programm bis hin zu einem Step-by-Step-Guide. „Aus diesen Anregungen haben wir vier Kernziele erarbeitet“, fährt Kühnle fort. Dabei geht es um Erfahrungs- und Wissensaustausch, Netzwerken, Vorträge und Workshops sowie Veranstaltungen. Die Gruppe trifft sich nun jeden Mittwochabend.

Auch betonen die beiden, sei es wichtig, offen über Fehler zu sprechen. „Über Scheitern und Fehler beim Gründen gibt es beispielsweise keine Bücher“, sagt Knapp. „Allerdings könnten andere davon profitieren.“

Die angehenden Ingenieure kennen sich schon eine Weile, da sie beide bereits bei zwei anderen Gruppen aktiv waren, beim Rennsportteam KaRaT sowie bei der internationalen Studentenverbindung AIESEC. Auch haben sie in der Zwischenzeit ihr zweites Unternehmen „IOHAD“ gegründet. Hierin beraten sie Unternehmen bei Digitalstrategien und Online-Marketing. 

Mit E4F sind sie noch ganz am Anfang. „Wir erstellen gerade unsere Struktur, verteilen Aufgaben und Schlüsselaktivitäten“, erläutert Knapp. Geplant seien zudem Partnerschaften mit Unternehmen, die ihren Beitrag leisten möchten, sei es in Form von Vorträgen, Praktika oder Sponsoring. 

Eine erste große Veranstaltung haben sie auch schon auf dem Schirm: Im Dezember wollen sie eine erste eigene Konferenz auf dem Campus abhalten, bei der unter anderem Start-ups in Vorträgen und Workshops Einblicke aus ihrer Arbeit geben sollen. Organisieren werden dies die Mitglieder der neuen Hochschulgruppe. „Das ist zwar eine Herausforderung, man kann aber sehr viel lernen“, so Kühnle. 

Derzeit ist die Gruppe noch auf der Suche nach neuen Mitgliedern. „Studierende, die sich engagieren möchten und bereit sind, Zeit zu investieren, können sich gerne bei uns melden“, sagt Knapp. „Bei uns soll jeder das Gefühl haben, ein Teil zu sein.“