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Neuer Bachelorstudiengang an der TU:
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An der Schnittstelle von Mathematik und Wirtschaftswissenschaften

Welche Risiken birgt ein Aktienfond wirklich? Wie erstellt man gut getaktete Fahrpläne für den städtischen Nahverkehr? Wie kann ein Logistikunternehmen seine Datennetze planen und optimieren, um den vielfältigen Anforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden? Mit Fragen wie diesen beschäftigen sich Wirtschaftsmathematiker. Das notwendige Rüstzeug dazu erhalten sie im neuen Bachelorstudiengang Wirtschaftsmathematik an der TU Kaiserslautern. Studieninteressierte können sich bis zum 31. August für das Wintersemester einschreiben. Absolventen des Studiengangs arbeiten unter anderem in der Versicherungs- und Finanzbranche, aber auch in der Pharmaindustrie oder bei Softwarekonzernen ist ihr Know-how gefragt.

Von Unispectrum live • Melanie Löw

Der sechssemestrige Studiengang vermittelt vor allem wichtige Grundlagen aus Mathematik, Informatik und Wirtschaftswissenschaften. „Im Vergleich zu Studienangeboten anderer Hochschulen legen wir den Fokus auf eine fundierte mathematische Grundausbildung, gleichzeitig legen wir Wert auf eine große Interdisziplinarität. Wir arbeiten viel mit den Fachbereichen Wirtschaftswissenschaften und Informatik zusammen, es gibt aber auch gemeinsame Projekte mit den Ingenieurwissenschaften, beispielsweise bei der Optimierung und effizienten Steuerung von energieeffizienten Gebäuden oder der optimalen Planung von anwendungsspezifischen Speichercontrollern“, sagt Prof. Dr. Sven O. Krumke, Professor für Wirtschaftsmathematik und verantwortlich für den neuen Studiengang. So stehen auf mathematischer Seite etwa Analysis und Numerik auf dem Stundenplan. Aber auch Betriebs- und Volkswirtschaftslehre kommen nicht zu kurz. Die Studentinnen und Studenten müssen sich ferner mit Informatik auseinandersetzen, beispielsweise lernen sie Software zu programmieren und Datenmodelle zu simulieren. „In kleinen Teams haben sie außerdem die Möglichkeit, schon früh selbstständig an eigenen Projekten zu arbeiten“, so Krumke weiter. Studentinnen und Studenten lernen komplexe Probleme zu modellieren und analysieren, Strukturen in großen Daten zu erkennen und dabei vielschichtige Zusammenhänge zu erfassen, um optimale Lösungen für Probleme zu finden. Die Vorlesungen finden zum Teil in englischer Sprache statt, so dass sie an ein internationales Umfeld herangeführt werden. Innerhalb des Studiums kann man sich auf angewandte Mathematik spezialisieren. „Hier gewinnen Studierende einen Eindruck von ihrer späteren Tätigkeit. Sie beschäftigen sich dabei mit Themen wie Optimierung, Finanzmathematik und Statistik“, sagt Krumke. Nach dem Abschluss sind ihre Aussichten, schnell einen Job zu finden, sehr gut. Ihnen stehen viele Wege offen, wie Krumke weiß: „Wirtschaftsmathematiker arbeiten in unterschiedlichen Branchen unter anderem bei Versicherungen und Banken, aber auch in der Software- und Logistik-Industrie. Sie werden oft geschätzt, weil sie selbständig denken können, also nicht einfach nur Wissen aus dem Lehrbuch abspulen können.“ Sie kümmern sich beispielsweise um eine reibungslose Logistik und eine effiziente Lagerhaltung bei Versandhändlern oder sie werten vielschichtige Datensätze bei Softwarefirmen oder Pharmakonzernen aus. Darüber hinaus sind sie in Unternehmensberatungen, bei Wirtschaftsprüfern oder öffentlichen Einrichtungen wie Statistischen Ämtern tätig. Wen es nach dem Studium nicht direkt in die Arbeitswelt zieht, kann seine akademische Karriere an der TU fortsetzen – mit den Masterstudiengängen Wirtschaftsmathematik oder Finanz- und Versicherungsmathematik. Im Anschluss ist auch eine Promotion möglich. Die TU arbeitet dabei eng mit dem Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik zusammen, das unweit vom Campus entfernt ist. Hier können Studentinnen und Studenten früh Forscherluft schnuppern und an Projekten mitwirken. Eine gute Gelegenheit dafür sei bereits das im Bachelorstudium integrierte Fachpraktikum. Eine Einschreibung für den Bachelorstudiengang Wirtschaftsmathematik ist noch bis zum 31. August möglich. Wer sich für den Studiengang interessiert, sollte nicht nur gerne mit Zahlen jonglieren und mathematische Formeln im Kopf haben, sondern abstraktes Denkvermögen mitbringen und bereit sein, sich mit komplexen Zusammenhängen und ökonomischen Fragestellungen auseinanderzusetzen.

Fachbereich Mathematik

https://www.youtube.com/watch?v=hwoBTWMQ9DU
Bild des Benutzers Julia Väth
Erstellt
am 27.05.2016 von
Julia Väth

Ansprechpartner

Dr. Christoph Lossen Gebäude 48, Raum 511 E-Mail: dekanat@mathematik.uni-kl.de