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Ein eigenes Unternehmen gründen
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„Das hat gar nicht wehgetan“

Mit der Idee ein Unternehmen zu gründen, setzen sich viele auseinander. Einen solchen Gedanken in die Tat umzusetzen, wagen aber die wenigsten. Dass es aber einfacher geht als gedacht, haben jetzt Professorin Dr. Katharina Zweig, ihr Doktorand Tobias Krafft und Winfried Zweig gezeigt. Ihr Start-up berät beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

Von Unispectrum live

„Das stand schon immer auf meiner Liste“, sagt Professorin Dr. Anna Katharina Zweig. Mit „das“ meint die Informatikerin, ein Unternehmen zu gründen. Und dies hat die frischgebackene Unternehmerin vor kurzem getan: Zusammen mit ihrem Doktoranden Tobias Krafft und ihrem Ehemann Winfried Zweig hat sie das Start-up „Trusted-AI“ ins Leben gerufen.

„Bei uns am Lehrstuhl gehen jede Woche so viele Anfragen zu Algorithmen und Künstlicher Intelligenz ein“, fährt sie fort. „Da ist es mit Vorträgen alleine nicht mehr getan.“ Zweig und Krafft erforschen im Algorithm Accountability Lab auf dem Campus unter anderem algorithmische Entscheidungssysteme, die wichtige Lebenssituationen von Menschen beurteilen und bewerten. Diese Form der Künstlichen Intelligenz findet immer mehr Verwendung. „Das Bedürfnis zu verstehen, wie solche Techniken funktionieren, wird in der Gesellschaft immer größer“, sagt Zweig. Hier gebe es noch einen erheblichen Nachholbedarf – nicht nur bei Privatpersonen, sondern auch bei Unternehmen, Verbänden, Stiftungen, Organisationen und anderen Einrichtungen. 

So kam bei Zweig und Krafft die Idee auf, ihr Wissen und ihre Expertise nicht nur in Forschung und Lehre weiterzugeben. Mit ins Boot geholt haben sich die beiden Winfried Zweig, den Ehemann der Professorin. Er ist Pädagoge mit Schwerpunkt Erwachsenen- und Weiterbildung. „Das passt gut. Er hat einen besseren Blick dafür, wenn es darum geht, komplexe Sachverhalte einfacher zu vermitteln, zum Beispiel bei Schulungen“, sagt Katharina Zweig. Im Forscheralltag geht dies oft unter.

Das Gründerteam will unter anderem Unternehmen, Verbände, Einrichtungen in puncto Künstliche Intelligenz und Algorithmen besser informieren und beraten. „Das geht von einer Unternehmensleitung, die neue KI-Techniken im Unternehmen nutzen will, bis hin zu Betriebsräten, die sich mit der Thematik auseinandersetzen müssen und die nicht wissen, wie zum Beispiel ein Algorithmus funktioniert“, sagt Tobias Krafft weiter. Zum anderen werden sie auch Schulungen anbieten, um Beschäftige für das Thema zu sensibilisieren. „Diese sind individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse und Arbeitssituationen zugeschnitten, sei es etwa ein Krankenhaus, eine Anwaltskanzlei, eine politische Organisation oder staatliche Institution“, sagt Winfried Zweig. 

Auch bei der Beschaffung und dem Erwerb von Künstlicher Intelligenz will das Team Unternehmen und Institutionen von Anfang begleitend zur Seite stehen. „Wir gehen dabei unter anderem auf ethische Perspektiven von algorithmischen Entscheidungsprozessen ein“, sagt Professorin Zweig.

Dabei sei die Gründung einer GmbH laut Zweig relativ einfach gewesen – eigenes Geld, ein Termin beim Notar, eine Eintragung ins Handelsregister als eine GmbH und eine eigene Steuernummer. Schnell waren die wichtigsten Schritte erledigt. „Das hat gar nicht wehgetan“, sagt sie und lacht. „Beim Gründen ist es angeraten, einen Steuerberater zu Rate zu ziehen.“

Außerdem hatte das Team Unterstützung von einem anderen jungen Unternehmen erhalten, das die Forscherkollegen Professor Dr. Michael Hassemer, Dr. Johannes Bardens und Dr. Christian Stauf vor ein paar Jahren gegründet hatten. In ihrem Start-up „Beyond Innovation“ beraten sie Unternehmen im Bereich von Marken- und Designrecht. „Das hat uns unter anderem geholfen, unser eigenes Logo sowie den Firmennamen rechtlich schützen zu lassen, europaweit darf sich nun kein Unternehmen mit unserem Namen rühmen“, sagt Krafft. 

Auch für die Lehre sei so eine Firmengründung von Vorteil. „Ich kann ganz anders agieren, den Studierenden von meinen eigenen Erfahrungen berichten und zeigen, dass Gründen einfach ist“, sagt die Informatik-Professorin.

Nun, wo die ersten rechtlichen Schritte gemacht sind, die Homepage erstellt und Visitenkarten gedruckt sind, kann es für die drei mit dem eigenen Unternehmen richtig losgehen.  

 

Bild des Benutzers Melanie Löw
Erstellt
am 05.07.2019 von
Melanie Löw

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