© Pexels
Symposium:
3222 Views | 0 Notes
Hirnschäden durch Sport

Welche Folgen wiederholte Belastungen und Gehirnerschütterungen im Fußball haben können, darum geht es beim Symposium „Kopfsache – Hirnschäden durch Sport“, das am 7. Dezember um 17 Uhr an der TU Kaiserslautern stattfindet.

Von Unispectrum live

Ein heftiger Zusammenstoß mit dem Mitspieler, ein harter Schlag oder ein simpler Sturz – immer wieder kommt es im Sport zu hohen Belastungen des Kopfes und sogar zu Gehirnerschütterungen. Dass dies ernstzunehmende Risikofaktoren und Verletzungen sind, die erhebliche Folgeschäden verursachen können, wird sowohl im Profi- als auch im Breitensport häufig unterschätzt. Wegen des zunehmenden Drucks im Profigeschäft werden ausschlaggebende Symptome oftmals übergangen und der unmittelbare Ausschluss vom Wettkampf nur unzureichend umgesetzt. Vergleichbare Verhaltensmuster sind beim Wiedereinstieg ins Training in allen Spielklassen zu beobachten, sodass notwendige Regenerationsprozesse oftmals nicht ausreichend beachtet werden.

In einer aktuellen Studie haben Forscher um Professor Dr. Michael Fröhlich und Stephan Becker den Kopfballstoß bei Amateurfußballern sowie die Folgen einer Ermüdung der Rumpfmuskulatur auf Kopfballstöße untersucht. „Dadurch reduziert sich die Bogenspannung. Kompensatorisch erhöht sich die Aktivität der Muskeln im Hals“, sagt Professor Fröhlich. „Die Ergebnisse zeigen klar, dass die ermüdete Rumpfmuskulatur die Bewegungstechnik des Kopfballstoßes sowie die Aktivierungsmuster der beteiligten Muskelgruppen beeinflusst. Unserer Ansicht nach zu Ungunsten der Sicherheit für Kopf und Halswirbelsäule“, so der Professor weiter.

Um Folgeschäden für das Hirn zu vermeiden, raten die Experten Fußballern zu präventiven Übungen, um die Halswirbelsäule zu kräftigen. Darüber hinaus sollte während des Trainings der Bewegungsablauf beim Kopfball standardmäßig geübt werden.

Potentielle Folgen sowie präventive Maßnahmen erklären Professor Fröhlich und sein Kollege Dr. Eckhard Friauf aus der Neurobiologie am Mittwoch, den 7. Dezember, ab 17 Uhr in Gebäude 46 (Raum 215). Außerdem gibt Professor Dr. Tim Meyer, der als Mannschaftsarzt des DFB die Nationalmannschaft bei vier Weltmeisterschaften medizinisch begleitet hat, einen Einblick in die Praxis des Profifußballs.

Das Symposium richtet sich an Spieler, Trainer, Lehrer und Eltern, die sich zum Thema „Sport und Gehirnverletzungen“ genauer informieren möchten. Darüber hinaus ist die breite Öffentlichkeit herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Bild des Benutzers Melanie Löw
Erstellt
am 28.11.2016 von
Melanie Löw

Tags