© Bohnert/Becker
Medienwerkstatt OERLabs
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Hier ist Kreativität gefragt!

Vom Brettspiel über Lernvideos bis hin zu Memoryspiel – an der TUK können Studierende in einer Medienwerkstatt (OERLabs) kreativ werden, um selbst Unterrichtsmaterialien, etwa für Schulen, zu entwickeln. Hilfe erhalten sie dabei von Mirjam Bohnert und Michael Becker.

Von Unispectrum live

Eines ist für die Arbeit der beiden wissenschaftlichen Hilfskräfte besonders wichtig: Kreativität. Mirjam Bohnert und Michael Becker studieren selbst noch; Bohnert Geographie und Sozialkunde auf Lehramt und Becker Integrative Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten Politik, Wirtschaft und Ethik. Daneben betreuen sie aber noch die Medienwerkstatt OERLabs. Das Kürzel OER steht für Open Educational Resources und meint nichts Anderes als für jeden online frei verfügbare Lernmaterialien, etwa für den Schulunterricht.

Alle zwei Wochen freitags kommen sie mit den teilnehmenden Studis zusammen. Die Universitätsbibliothek stellt ihnen dazu einen Raum zur Verfügung. Dann feilen sie gemeinsam an Ideen und überlegen, welche Unterrichtsmaterialien sie herstellen möchten. „Man lernt zu improvisieren“, sagt Mirjam Bohnert zu ihrer Arbeit in der Medienwerkstatt. „Wir wissen nie, was uns erwartet“, ergänzt Becker. Je nachdem, an welchem Thema sie gerade arbeiten, kommen sie nicht um eine Recherche im Netz herum, etwa wenn es um Lizenzen geht.

Bevor sie die OERLabs betreut haben, haben sich die beiden schon mit dem Urheberrecht auseinandergesetzt und sich etwa über Themen wie Lizenzen und Datenschutz informiert. „Dies spielt eine große Rolle, wenn es darum geht, Unterrichtsmaterialien zu produzieren, die nachher frei im Netz für alle zur Verfügung stehen“, sagt Bohnert. Und hier gibt es einiges zu beachten. Etwa auch bei Brettspielen, wie Becker weiß: „Viele Figuren sind lizensiert. Man darf sie nicht einfach frei nutzen.“ In der Medienwerkstatt wollten die Studierenden Emojis verwenden, nennt Becker als Beispiel. „Diese unterliegen natürlich einer Lizenz, wie sie schnell festgestellt haben“, fährt Becker fort. „Wir haben dann nach Emojis gesucht, die eine Creative Commons Lizenz haben, also eine für die Allgemeinheit frei nutzbare.“

In den Labs beschäftigen sich Bohnert und Becker gemeinsam mit den Studierenden jeden zweiten Freitag mit einem bestimmten Thema. Für den Infobasar „Markt der Medien“, der kürzlich auf dem Campus stattgefunden hat, haben sie in den vergangenen Wochen beispielsweise ein Brettspiel entwickelt, das den Lernstoff des Abiturs in zwei verschiedenen Schwierigkeitsgraden abklopft. Dabei geht es um die Kategorien Mathe, Sprache, Naturwissenschaften, Sport/Kunst/Musik sowie Gesellschaftswissenschaften/Religion. Das studentische Team hat dazu ein eigenes Spielbrett und Frage-Antwort-Karten entwickelt und anschließend alles in einem eigenen Design gestaltet.

Aber nicht nur die Betreuung der Werkstatt zählt zu Bohnerts und Beckers Aufgaben, sondern auch die Arbeiten im Hintergrund. Damit das Spiel etwa zum Leben „erwacht“, heißt es für die beiden unter anderem, sich mit der Uni-Druckerei in Verbindung zu setzen und sie mit dem Druck des Spiels zu beauftragen.

„Wir haben bei unserer Arbeit viel Freiheit“, sagt Becker. „Vor dem Kurs stimmen wir uns kurz ab. Dabei ist es immer wieder spannend, zu sehen, was kommt. Wir können uns nicht bis ins kleinste Detail vorbereiten.“

In der Zukunft hoffen sie auf rege Teilnahme bei den OERLabs, damit sie schließlich verschiedene Unterrichtsmaterialien auf einer Online-Plattform zur Verfügung stellen können. „Vielleicht kann ich sie eines Tages auch für meinen Unterricht nutzen“, sagt die angehende Lehrerin Mirjam Bohnert.