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Beschichtung macht Laborkolben sicherer

Glasgefäße sind aus Laboren nicht wegzudenken. Gehen Kolben und Flaschen aber zu Bruch, kann es gefährlich werden: An scharfen Kanten kann man sich schneiden oder Flüssigkeiten können austreten. Abhilfe schafft hierbei nun die Glasbläserei auf dem Campus der TU. Sie bietet den Fachbereichen seit Kurzem an, die Gefäße mit einer transparenten, stabilen Kunststoffschicht zu versiegeln.

Von Unispectrum live • Melanie Löw

Destillate tropfen in Glasgefäßen langsam vor sich hin. Große und kleine Flaschen mit Pulvern und Flüssigkeiten stehen in Laboren auf Regalbrettern nebeneinander. Wissenschaftler nutzen Reagenzgläser, um darin etwa verschiedene Flüssigkeiten zu vermischen. – All dies sind Beispiele, die etwas Wesentliches zeigen: Ohne Kolben, Flaschen und andere Glasgefäße können keine Versuche laufen. Kein Labor kommt ohne sie aus. Auch an der TU ist dies der Fall. Dabei geht regelmäßig etwas zu Bruch. „Das kann gefährlich sein, wenn dabei beispielsweise Glassplitter entstehen oder Flüssigkeit austritt“, weiß Michael Wente, der Leiter der Glasbläserei auf dem Campus. Wente und seine Kollegen fertigen jedes Jahr für die Labore an der TU eine Vielzahl von Glasgefäßen an, darunter auch viele Sonderanfertigungen.

Fällt beispielsweise eine Flasche auf den Boden, schützt diese Schicht den Forscher vor Verletzungen.

Michael Wente

Seit Kurzem bietet die Glasbläserei für die Fachbereiche einen ganz besonderen Service an: Wente und sein Team versiegeln die Laborgefäße mit einer Kunststoffschicht. „So ist das Glas stabiler“, sagt Wente, der dieses Verfahren aus der industriellen Praxis kennt und nun hier auf dem Campus etabliert hat. „Fällt beispielsweise eine Flasche auf den Boden, schützt diese Schicht den Forscher vor Verletzungen.“

Die Glasbläser nutzen für ihre Beschichtungen das sogenannte Wirbelsinter-Verfahren, eine Methode die schon lange in der Industrie zum Einsatz kommt. „Das warme Glasgefäß kommt in einen Behälter, der mit dem Kunststoff in Pulverform gefüllt ist. Es nimmt in gewisser Weise ein Bad in dem Pulver“, erklärt Wente das Prinzip. Über die zugeführte Druckluft entsteht ein Luftwirbel, der dafür sorgt, dass die Pulverteilchen schweben und sich auf der Glasoberfläche absetzen und verteilen. Die Wärme des Gefäßes führt dazu, dass die Teilchen im Anschluss verschmelzen. In der Folge entsteht eine durchgängige transparente Schicht. „Das Glas wirkt nur etwas milchig, die Sicht ist aber nicht sonderlich getrübt“, sagt Wente. „Inhalte sind nach wie vor gut zu erkennen.“

Beschädigte Gefäße, die im Labor nicht mehr genutzt werden können, nimmt die Glasbläserei wieder entgegen. Sie kümmert sich darüber hinaus um die Entsorgung der Kunststoffschicht. „Sie ist leicht zu entfernen und kann anschließend umweltfreundlich entsorgt werden“, sagt Wente. Und in jedem Fall macht sie die Arbeit im Labor ein Stück weit sicherer.

 

Bild des Benutzers Melanie Löw
Erstellt
am 24.06.2016 von
Melanie Löw

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